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Politischer Austausch von Flüchtlingshilfe Senden und MdL André Stinka

Zum Abschluss der politischen Gespräche der Flüchtlingshilfe Senden e.V. mit Politikern aus Kommunal-, Land und Bund trafen sich Dr. Hans Meckling, Lothar Kern und Jürgen Hensel mit dem SPD-Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden André Stinka am vergangenen Donnerstag (23.08.). Die SPD in Senden wurde von Jan-Peter Klingelhöfer vertreten. Die Flüchtlingshilfe vor Ort ist seit vier Jahren aktiv und pflegt zur Verwaltung einen stetigen Austausch. Der Vorsitzende Dr. Hans Meckling eröffnete in einem Eingangsimpuls zur allgemeinen Situation: „Wir stoßen überall auf offene Ohren, aber ein Verständnis für Probleme ist nicht unbedingt gegeben“. Nach einem gemeinsamen Gespräch von Flüchtlingsinitiativen im Kreis und dem Sozialdienst katholischer Frauen wurden Ergebnisse in einem Katalog zusammengetragen. Dabei geht es den Beteiligten zunächst um eine ehrliche Analyse. Aus dieser ergeben sich politische Forderungen. André Stinka dankte für die Einladung und lobte die ehrenamtliche Basisarbeit. Die Situation im Kreis ist ihm bestens bekannt. Es fehle dort an festen Institutionen wie einem Integrationsrat. Viel werde von Ehrenamtlichen übernommen, doch das dürfe man nicht überfordern. Die Politik müsse überlegen, wo „man Hürden abbauen und besser werden könne“, betonte Stinka. Meckling ergänzt: „Wir sind so ein bisschen wie das Gewissen der Kommune. Kulturelle Vielfalt – die ist da, aber die muss man auch leben“. Die Problemanalyse umfasst 11 Komplexe, die offen unter den Beteiligten diskutiert wurden. Vier wesentliche Bereiche sind mangelnde soziale Teilhabe, Sprachhürden, Wohnraumsituation und Mobilität. Im Kreis könne man feststellen, das oft aus dem Herkunftsland bekannte Netzwerke fortgeführt würden, sofern kein Austausch mit der lokalen Bevölkerung stattfände. Verstärkt werde dies durch Bildungsbarrieren. Wichtig sei die Bereitstellung von Möglichkeiten des Austausches zu einem Kulturdialog, aber auch von „Spielregeln“. Die bisherigen Sprachkurse lieferten oft unbefriedigende Ergebnisse. Hier sei beiderseitige Verbindlichkeit und eine angepasste Struktur nötig. Sprache als Türöffner wurde von Politik und Verwaltung unterschätzt und nicht bei allen Geflüchteten stellen sich schnelle Erfolge ein. Integration könne nicht so nebenbei laufen. Stinka zeigte Verständnis und hob bereits erste Ansätze besserer Teilhabe im Kreis hervor. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei von der Politik lange vernachlässigt worden. Dies müsse man jetzt korrigieren und dabei alle hier Lebenden im Blick haben. Die Vertreter der Flüchtlingshilfe bedauerten, dass die öffentliche Debatte zuletzt eher über Abschottung als Integration geführt wurde. Stinka hob hervor, dass er statt Kindergeld direkt auszuzahlen, mehr Ausgaben für Bildung begrüßen würde. Eine gesellschaftliche Teilhabe von Benachteiligten könnte am besten über Sport, Kultur und Bildung gewährleistet werden. Vor allem hier waren sich die Vertreter der SPD und der Flüchtlingshilfe einig. Viele Geflüchtete stehen durch die Struktur des Flächenkreises vor weiteren Hürden. Daher müsse man durch ortsnahe Angebote und Sozialtickets Abhilfe schaffen, die letztlich auch anderen zu Gute kommen würde. Stinka fasste abschließend zusammen, dass er Verständnis für die berechtigten Forderungen habe. Er lobte nochmals die Arbeit und die Bedeutung, dass man im Gespräch bleibe. Probleme und Erfolge müsse man benennen und daraus lernen. Daher betonte er seine aktive Unterstützung auch hier in Senden. Die SPD befürworte ein Einwanderungsgesetz, um Integration „aus einem Guss“ zu organisieren. Man müsse Kriterien erstellen, durchsetzen und einen Rahmen schaffen. Meckling stellte fest, dass es entweder der Spaß- oder Erfolgsfaktor sei, der Ehrenamtliche antreibt: „Wir hoffen vor allem auf das zweite und wenn wir Integration vor Ort jeden Tag auch nur etwas voranbringen“.

(v.l.n.r.) Der SPD-Landtagsabgeordnete André Stinka im Gespräch mit Vertretern der Flüchtlingshilfe Senden. Auf dem Bild Lothar Kern und Dr. Hans Meckling.

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